Der Handballsport in Lindau

Die Chronik der letzten 25 Jahre

Die Herrenmannschaften

Im Jubiläumsjahr 1975 konnten die aktiven Herrenmannschaften stolze Erfolge vorweisen. Die Erste wurde Oberschwabenmeister in der Halle und die 1b gewann die Kreismeisterschaft. Beide Teams wollten in der Saison eine Klasse höher spielen. Die 1. Mannschaft hatte sich für die Bezirksliga qualifiziert (heute Landesliga), konnte jedoch den Aufstieg nicht wahrnehmen, da die Ausmaße der alt-ehrwürdigen Sängerhalle nicht ganz den vorgegebenen Normen entsprachen. Der Verband hätte die Spielgenehmigung erteilt, wenn sich die gegnerischen Mannschaften mit der Halle Einverstanden erklärt hätten. Die lehnten aber fast einstimmig ab. Die in früheren Jahren hochgelobte Sportstätte war mittlerweile die Unbeliebteste im ganzen Umkreis.

Machen in und auf dem Tor eine gute Figur: Die Lindauer Handballer

lm Winter eiskalt, den Weg zu den Duschen in der Jahnturnhalle legten die verschwitzten Spieler oft bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zurück. Dies brachte unsere Sängerhalle in Misskredit.

Bei der Jahreshauptversammlung 1976 bedauerte Vorstand Gebhard Baisch die bevorstehende Auflösung der Damenmannschaft wegen Mangel an Spielerinnen. Erfreulich war die Fertigstellung des „Handballfeldes“ über der Ach im Sportplatz. Viele Mitglieder der Abteilung hatten durch so manche Stunde Eigenleistung zum Erfolg beigetragen. Sportwart Manfred Ergenschäfter gab die Platzierungen der aktiven Mannschaften für das Jahr 1976 bekannt:

Die Erste wurde im Sommer 3. und in der Hallenrunde 4. Die 1b wurde im Sommer 2. und in der Hallenrunde Meister. Die Reserve konnte jeweils nur den letzten Platz belegen. In jener Zeit fanden im Jahr zwei Meisterschaftsrunden statt, die eine im Sommer auf Kleinfeld, die andere im Winter in der Halle. lm Jahre 1977 waren Neuwahlen fällig, hier das Wahlergebnis: 1. Vorsitzender Baptist Gebhard, 2. Vorstand Jörg Offenthal, Kassiererin Inge Offenthal, Schriftführerin Edith Geisenhof, Sportwart Otto Cebular, Jugendleiter Hans Portele, Mädchenwart Klaus Dieter Massek, Zeugwart Engelbert Schweizer. In der Saison 1978/79 konnten die Lindauer wieder einmal die Meisterschaft erringen. Die Aufstiegsspiele wurden gegen den starken Gegner aus Nürtingen knapp verloren.

Trainer war in der Zeit Manfred Bohle. Er hatte das Amt von Helle Eibler übernommen, der lange Zeit Chef der Ersten war und sich nun voll der Jugendarbeit widmete. Herr Massek konnte den Verkauf der Eintrittskarten auf Grund eines Unfalls nicht mehr wahrnehmen. Die Nachfolger: Heinz Czock und Manfred Schweizer. lm Jahre 1980 erfolgten gravierende Änderungen in der Vorstandschaft. So wollte Baisch Gebhard nach 30 Jahren erfolgreicher Mitarbeit in der Abteilung sein Amt als Vorsitzender abgeben. Er wird später für seine Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt, mit Sitz und Stimme in der Vorstandschaft auf Lebenszeit!
Die Wahlen ergaben folgende neue Vorstandschaft: 1. Vorsitzender Jörg Offenthal, 2. Vorstand Hans Portele, Kassiererin Inge Offenthal, Schriftführerin Edith Geisenhof, Sportwart Rudi Heuchert, Jugendleiter Adolf Sawilla, Frauenwart Georg Gröner, Mädchenwart Engo Schweizer. Beisitzer. Baisch Gebhard und Hennes Bühle. Sportwart Rudi Heuchert konnte seine Erfahrungen im Management, die er in Böblingen gesammelt hatte, an die Lindauer weitergeben. Die Erste wurde wieder Meister, doch im Gegensatz zum Vorjahr gewann sie ihre Aufstiegsspiele vor 500 Zuschauern in der Sporthalle gegen den TSV Herbrechtingen und spielte fortan in der Bezirksliga Württemberg (wurde später in Landesliga umbenannt). Die Meistermannschaft: Im Tor Heinz Schupp und Hennes Bühle. Im Feld: Jürgen Broszio, Werni Heumann, Günter Haas, Kurt Lorenzen, K. D. Massek, Reiner Wirth, Frank Gebhard, Georg Gröner und Rainer Haas.

Die Stadtmeisterschaften waren Anfang der Achtziger Jahre der große Renner. Wegen immer zahlreicher eingehender Meldungen (knapp 30 Mannschaften), wurde der Austragungsmodus geändert. Mit der Fertigstellung der Inselhalle endete auch die Zeit der Faschingsbälle in der Jahnturnhalle. Fünfzehn Jahre war die Handballfamilie für die TSV’ler präsent. Noch heute schwärmen die damaligen Ballbesucher von diesen Zeiten.
Jörg Offenthal forderte alle Mitglieder auf, sich Gedanken über neue Einnahmequellen zu machen. Mit der Herausgabe der Hallenzeitung und dem Verkauf der Jahreskarten sei allerdings schon ein Anfang gemacht, so Offenthal. Adolf Sawilla gab sein Amt als Jugendleiter zurück. Chef Hans Portele, der diese Aufgabe über viele Jahre mit viel Einsatz ausgeübt hatte, erklärte sich bereit, bis zu den nächsten Wahlen einzuspringen. Eine Besonderheit ist der damaligen Mannschaftsaufstellung zu entnehmen: Es spielten drei Brüder im selben Team. Neben Hans Schupp, Jürgen Broszio, Manfred Guggemoos, Reiner Wirth, Werni Heumann, K. D. Massek, Kurt Lorenzen und Erwin Hotz kämpften die drei Gebhard’s Uli, Dieter und Frank um Punkte. (Georg Gröner verletzte sich in der Runde). Trainer war damals Günter Malessa. Sein Nachfolger wurde Hans Schupp mit Betreuer Helle Eibler. Lange Diskussionen bei den Wahlen 1983 um den Posten des Jugendleiters. Otto Cebular erklärte sich schließlich bereit, das Amt zu übernehmen. Sein Stellvertreter wird Walter Gapp, der dann ein Jahr später die Jugendabteilung selbstständig übernahm. Die restliche Vorstandschaft blieb unverändert bis auf zwei neue Beisitzer, nämlich Jürgen Müller und Klaus Dieter Massek. 1984: 15 Mannschaften nahmen am Spielbetrieb teil. Es waren dies: 1., 1b, 1c, AH, Damen, 4 weibliche und sechs männliche Jugendmannschaften. Das Schiedsrichterproblem zieht sich all die Jahre wie ein roter Faden durch die Protokolle. Trotz der intensiven Bemühungen von Manfred Bohle gelingt es bis heute nicht, genügend Schiedsrichter auszubilden. Am Pfingstmontag 1985 vernahmen die Handballer mit Bestürzen, dass ihre langjährige Schriftführerin Edith Geisenhof verstorben sei. Ihr Amt hatte sie in der Abteilung und im Handballkreis Oberschwaben über zwanzig Jahre lang ausgeübt. Hauptversammlung 1987: Jörg Offenthal gibt bekannt, dass die Lindauer Handballabteilung mit 451 Mitgliedern die stärkste im Bezirk Oberschwaben ist. Die 1. Mannschaft spielte eine tolle Saison und stieg als Meister der Landesliga in die Verbandsliga auf. Die Meistermannschaft: Hans Schupp, Stefan Kunz, Thomas Reitemann, Stefan Roth, Werni Heumann, Frank Gebhard, Michi Schwertner, Jürgen Broszio, Ralf Cebular, Manfred Guggemoos, Stephan Cicholinski, Andi Lang, Dirk Naujokat, Reiner Wirth , Kurt Lorenzen und Thomas Baldauf. Coach: Helle Eibler. Für die Neuwahlen will Jörg Offenthal nicht mehr kandidieren. Nach über vierzig Jahren Tätigkeit für den Handballsport habe er versucht sein Bestes zu geben und wünscht seinem Nachfolger alles Gute. Auch Rudi Heuchert als Sportwart und Engo Schweizer als Mädelwart standen nach jahrelanger, erfolgreicher Tätigkeit nicht mehr zur Verfügung. Die Wahl brachte dann folgendes Ergebnis: 1. Vorstand Hans Portele. sein Stellvertreter Otto Cebular, Sportwart Klaus Dalmer, Kassiererin Inge Offenthal, Jugendleiter Walter Gapp, Mädchenwart Erich Würtele, Schriftführerin Andrea Lissy. Beisitzer: Matthias Müller, K. D. Massek, Ernst Rothweiler, Werner Schlemmer und Reiner Wirth. Der neue Vorstand konnte bei der Meisterschaftsfeier in den Stadtwerken, hervorragend organisiert von Engo Schweizer, viel Prominenz begrüßen. Trainer Hans Schupp und Betreuer Helle Eibler waren ein ideales Gespann und die Mischung aus jungen sowie erfahrenen Spielergrößen (Broszio, Heumann, Wirth, Tormann Schupp) schienen für die Zukunft sehr erfolgversprechend. Doch schon ab der nächsten Saison ging es im freien Fall nach unten. Der Abstieg aus der Verbandsliga war gegen Mannschaften, die zum Teil bezahlte Profis in ihren Reihen hatten, noch entschuldbar. Nach einer Runde wieder in der Landesliga angelangt, nahm das sportliche Drama seinen Lauf. Das Selbstvertrauen war dahin und man befand sich völlig unerwartet in der Bezirksliga Oberschwaben wieder. Doch es hatte auch noch andere Gründe: Vom ehemaligen Verbandsligakader blieb nur ein Rumpfteam übrig, denn wegen Rücktritt oder Verletzung fehlten zeitweise zehn Stammspieler. Ein erfreulicher Punkt war und ist bis heute die Jahresabschlussfeier. Einst feierte man etwas besinnlicher unter dem Christbaum. aber so nach und nach wurde ein unterhaltsamer „Bunter Abend“ geboten. Die einzelnen Auftritte der Mannschaften bei Parodien, Sketchen, Gesangsvorträgen und dergleichen waren zum Teil bühnenreif. Ein unvergesslicher Höhepunkt war wohl die Aufführung des Musicals „Cats“, dargeboten von der Damenmannschaft mit ihrem Kater Rüdiger Prinz. Seit 1987 feiert man diesen Abend in der lnselhalle, da der Saal im Vereinsheim Köchlin zu klein wurde und weil man sich dem Hauptsponsor Hubert Hübler verpflichtet fühlte. 1989 gab es Probleme in der Vorstandschaft. Hans Portele fühlte sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage die Abteilung weiter zu führen. Sein Stellvertreter Otto Cebular lehnte es ab den Vorsitz zu übernehmen. Gleichzeitig bot er auch seinen Rücktritt an, um in der Vereinsführung einen Generationswechsel zu ermöglichen. Spieler- und Jugendtrainer Hans Schupp erklärte sich bereit, die Abteilung zu übernehmen. Allerdings nur, wenn er mit der nötigen Unterstützung der Mitglieder rechnen könne. Unter großem Beifall wurde er in einer außerordentlichen Hauptversammlung einstimmig gewählt. Otto Cebular machte als sein Stellvertreter weiter. Hans Schupp Spielertrainer der 1. Mannschaft, wollte aber die Jugendarbeit zurückstellen.
In den nächsten Jahren leistete man vor Saisonbeginn eine unglaublich intensive Vorbereitungsarbeit. Wohldurchdachte Trainingseinheiten, Vorbereitungsspiele und vor allem ein mehrtägiges Trainingslager wurden von Hans Schupp exakt organisiert. Obwohl Stammspieler wie Jürgen Broszio, Werni Heumann und Reiner Wirth ihre Laufbahn als aktive Spieler (nur vorübergehend) beendeten, gab es dennoch genügend hochqualifizierte Talente in der Truppe.

Hier ein Auflistungsversuch der Leistungsträger (kein Anspruch auf Vollständigkeit): Die Torleute: Hans Schupp, Thomas Reitemann, „Gonzo“ Klaus Obermeier, Lutz Pieper. Mit extremer Wurfkraft ausgestattet Manfred Guggemoos und Bernd Altenried, unterstützt von den Zugängen Thomas Singler und Frank Jünemann. Trickreiche Außenstürmer Andreas Lang und Ralf Cebular. Spitzenklasse am Kreis: Stefan Cicholinski. Mit Rüdiger Prinz, Bernd Häußler, Jürgen Breitinger standen zuverlässige Aufbauspieler zur Verfügung.

Man spielte immer an der Spitze mit, doch jedes Jahr hatte ein anderer Konkurrent die Nase vorn.

Meistens waren es Mannschaften aus Vorarlberg, die durch finanzielle Unterstützung der Industrie gewaltig aufgeholt hatten. Über zehn Jahre wurde dem Lindauer Handballpublikum ein besonderer Leckerbissen geboten: Den Verantwortlichen gelang es, das nötige Kleingeld aufzutreiben, um Spitzenmannschaften für Freundschaftsspiele verpflichten zu können. Bereits 1980 konnten die zahlreichen Fans den mehrfachen deutschen Meister THW Kiel bewundern. Auch die Mannschaft aus München – Schwabing war zu Gast, danach zeigten mehrere Spitzenmannschaften aus dem
damaligen Ostblock – teilweise mit Weltklassespielern – ihr Können. Baia Mare (Rumänischer Pokalsieger), Krasnadov (Rußland), aus der Tschechei VSZ Kosice, erklärte Tatabanja aus Jugoslawien spielten hier auf. Enttäuscht nur, war man nur von der koreanischen Nationalmannschaft:
Die Asiaten waren als frisch gekürter Olympiasieger auf Europatournee, aber die Siegermannschaft hatte sich nach den Spielen aufgelöst und es lief nur eine mittelklassige Juniorenmannschaft auf, die für die nächsten olympischen Spiele Erfahrungen sammeln sollte.

Absolute Höhepunkte waren die zwei Begegnungen mit Bundesligist TSV Milbertshofen. Die Handballlegende Erhard „Sepp“ Wunderlich absolvierte in Lindau sein vorletztes Handballspiel seiner beispiellosen Karriere. Bei 143 Länderspielen war er für Deutschland im Einsatz. Allen Fans die ihn und seine Mannschaftskameraden hier erlebt haben, werden die Spiele immer in Erinnerung behalten. Denn nicht nur Wunderlich, der mit Sondereinlagen die Zuschauer von den Sitzen riss, war prominent. Neben den deutschen Nationalspielern Klaus Wöller, Jan Holpert (beide im Tor), Charly Schulz, die Gebrüder Löhr, Hendrik Ochel demonstrierte auch der 195fache russische Nationalspieler Oleg Gagin seine Qualitäten.

1991 gab es bei den Neuwahlen eine Veränderung in der Vorstandschaft. Nicht mehr zur Wahl stellten sich Jugendleiter Walter Gapp und 2. Vorstand Otto Cebular. Auch Inge Offenthal wollte sich nach sage und schreibe sechsunddreißig Jahren Dienstzeit als Kassiererin in den Ruhestand verabschieden. Für ihre immer exakte Kassenführung bedankte sich die Vorstandschaft mit einem kleinen Geschenk, herzlichen Worten, sie wurde mit einem Riesenapplaus aller Mitglieder verabschiedet. Die neue Vorstandschaft: 1. Vorstand Hans Schupp, 2. Vorstand Werner Schlemmer, Sportwart Klaus

Dalmer, Damenwartin Susi Kainz, Kassier Albert Gehring, Schriftführerin Andrea Lissy. Inge Offenthal und Elisabeth Dalmer wurden Kassenprüferinnen. Beisitzer: Walter Gapp, Engo Schweizer, Rudi Heuchert, Jörg Offenthal, Roland Freiberg, Reiner Wirth und Otto Cebular.


Thema Veranstaltungen

Schnurrte 1990 um die Wette: Die Handbatt-Damenmannschaft bei ihrer Darbietung von „Cats“.

Seit vielen Jahren ist die Handballfamilie dafür bekannt, dass sie auch gastronomisch einiges auf die Beine stellen kann. Zur Erinnerung „15 Jahre“ Faschingsbälle in der Jahnturnhalle. Bei den lnsel-Turnieren waren zum Teil fünfhundert Sportler in Lindau. Diese wurden während der Turniertage mit Speisen und Getränken versorgt, bekamen eine Abendveranstaltung geboten und nach meist kurzer Nachtruhe konnten sie sich über ein kräftiges Frühstück freuen. So zögerte man auch nicht als Roland Freiberg, Mitveranstalter des „Festivals der Volksmusik“, Handballern anbot, hier wieder einmal voll einzusteigen.

Aufgabengebiete: Auf- und Abbau des Festzelts, Getränkeausschank, Zubereitung und Ausgabe von Brotzeiten sowie Bedienung der Gäste an den Biertischen. Der Aufwand war gigantisch, der Verdienst eher gering, aber für das „Wir-Gefühl“ war es eine tolle Sache, denn ob 75 oder 17 Jahre alt, jeder leistete seinen Beitrag. In jüngerer Zeit sind die Handballer auch bei Faschingsumzügen und dergleichen regelmäßig im Einsatz.

Die Wahlen 1994 brachten wenig Änderungen in der Vorstandschaft. Hans Schupp hatte mit Rüdiger Prinz und Otto Cebular zwei Stellvertreter an seiner Seite. Reiner Wirth wird Sportwart, Daniela Reichart Damenwartin. Neugewählte Beisitzer: lsabell Dannewitz, Inge Helmensdorfer, Ralf Cebular, Jürgen Broszio, Reiner Haas und Werner Heumann

In der nachfolgenden Zeit kriselte es bei den aktiven Herrenmannschaften. Einige Spieler trugen sich mit Abwanderungsgedanken, bei der Trainerfrage gab es Unstimmigkeiten, die dazu führten, dass Hans Schupp nach jahrelanger Arbeit aufhörte. Der Wunschtrainer für die 1. Mannschaft war Hennes Bühle und dieser sagte nach mehreren Gesprächen auch zu. Dadurch fiel er als engagierter Jugendleiter aus, ein Verlust für die Abteilung. Er trainierte eine Saison. Als das gesteckte Ziel – die Meisterschaft – nicht erreicht wurde, was sicher nicht an Hennes lag, gab er sein Amt auf. Krampfhaft versuchte man einen neuen Trainer zu finden und wagte nach langem Hin und Her ein Experiment Man engagierte den ehemaligen russischen Nationalspieler und Juniorenweltmeister Edi Skorov als Spielertrainer und Trainer für die A-Jugend. Aufenthaltsgenehmigung, Wohnungs- und Arbeitsplatzbeschaffung brachten viele Probleme mit sich. Nach mühevoller Arbeit – die hauptsächlich von Rüdiger Prinz und Roland Freiberg erledigt wurde – schien alles geregelt. Doch nun stellte sich heraus, dass Skorov der Aufgabe nicht gewachsen war, obwohl ihm eine schlagkräftige Truppe zur Verfügung stand. Die Arbeit des Jugendleiters wurde in dieser Zeit von Hansi Schupp bewältigt. 1995 erklärte sich Inge Helmensdorfer bereit, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen. Ihren Sohn Marc Meier wählte man zum Protokollführer.

Für den gesamten sportlichen Bereich bildete sich ein Gremium, in dem sich Jürgen Broszio, Werni Heumann, Rainer Haas und Reiner Wirth die Verantwortung teilten. Für die Saison 96/97 sah es im Vorfeld für die Erste sehr schlecht aus. Nur vier Spieler sagten am Anfang für die kommende Saison fest zu. Der Rest wollte die Laufbahn beenden oder den Verein wechseln. Wie schon zuvor erwähnt halfen aber immer wieder Spielerpersönlichkeiten aus. Liefen dann Oldies wie Hans Schupp, Jürgen Broszio, Dieter Gebhard, Werni Heumann oder Reiner Wirth in der Halle auf, war die Stimmung von Anfang an perfekt. Die Trainerfrage bekam man nie so Recht in den Griff. Der Tettnanger Gernot Lehmann konnte saisonweise gewonnen werden. Ihm sollte Horst Mandl aus Vorarlberg nachfolgen. Keine echte Vorbereitungszeit,mangelnder Trainingsbesuch und schon bald kam Verletzungspech dazu. Starke Spieler wie Bernd Altenried, Thomas Brombeiß und Ralf Cebular fielen für längere Zeit aus. Stefan Cicholinski zeigte Verantwortungsgefühl und übernahm die Trainerarbeit, aber der Abstieg in die 1. Bodenseeliga war nicht mehr aufzuhalten. Aktueller Stand Ende 1999: Hans Schupp ist wieder Trainer der 1. Mannschaft. Sein derzeitiger Spielerkader: lm Tor Roland Leuthe und Scharokh Dastghaibi lm Feld: Rüdiger Prim, Stefan Poppe, Thomas Vetterl, Marc Meier, Michael Steur, Andreas Hartrampf, Roberto Verdu, Jürgen Thöni, Stefan Kohler, Andreas Bürge. Zeitweise helfen Bernd Altenried und Stefan Cicholinski aus. Man ist um einen vorderen Tabellenplatz bemüht, der zum Aufstieg in die neu formierte Bezirksliga ( Ulm/Oberschwaben) berechtigt. Die derzeitig amtierende Vorstandschaft wurde 1999 gewählt. Hans Schupp tritt nach elf Jahren als 1. Vorsitzender zurück. Mit Werner Schlemmer wurde ein Nachfolger gefunden, der sich in der Vereinsarbeit über Jahre hinweg bewährt hatte. Ihm zur Seite stehen sein Stellvertreter Rüdiger Prinz, für die Kasse ist Albert Gehring verantwortlich, Schriftführerin Daniela Reichart, Sportwart Werner Heumann, Jugendleiterin Inge Helmensdorfer. Als Beisitzer fungieren: Jürgen Broszio, Hans Schupp, Rudi Heuchert, Ralf Cebular und Manfred Bohle.


Handballjugend

Der Lindauer Handballer-Nachwuchs

Wie die Alten summen, so zwitschern auch die Jungen. So begann Edith Geisenhof vor 25 Jahren den Bericht der Handballjugend. Und so ist es auch heute noch. Jugendarbeit wurde bei den Handballern schon immer groß geschrieben und auch aktiv gelebt. Jugendleiter Hans Portele, von allen nur ,,Chef“ genannt und 1956 zum ersten Mal gewählt, hatte auch 1975, mit kurzer beruflicher Unterbrechung, dieses Amt noch inne. Gemeinsam mit Jörg Offenthal als Mädchenwart war er für den Handballnachwuchs verantwortlich. Zu diesem Zeitpunkt tummelten sich etwa 55 Jungs in den Altersklassen A-, B-, C-, D- und E-Jugend in den Hallen, die danach von den Trainern Birzle, Eibler und Lorenzen betreut wurden. Auch die Mädchen waren mit 30 Spielerinnen in den einzelnen Altersklassen parat und forderten von ihren Trainern K.D. Massek und Armin Portele vollen Einsatz. In diesen Jahren wurden noch Kleinfeld- bzw. Hallenmeisterschaften ausgetragen, bei denen sich unsere Jungs und Mädchen meistens in den vorderen Rängen befanden. Oberschwäbische Meisterschaften und Teilnahme an der „Württembergischen“ waren keine Seltenheit in den verschiedenen Altersklassen. 1977 beendete Bene Bizle, unser A + B-Jugendtrainer, zum Bedauern aller seine Trainertätigkeit. Walter Gapp erschien auf der Trainerbühne. Noch heute fühlt er sich in der Jugendarbeit sehr wohl. Auch Jörg Offenthal gab die Mädchengruppe ab und nach kurzen Betreuungszeiten von K. D. Massek, Gaby Haug und Heinz Glaser übernahm Engo Schweizer das Amt des Mädchenwartes. Überhaupt war 1980 das Jahr der großen Ablösung: So wird Hans Portele nach 24 Jahren als Jugendleiter entlastet und agiert künftig als zweiter Vorstand. Adolf Sawilla übernimmt die Jugend. In den 70er Jahren erschienen Spielernamen, die sich zum Teil schon von der E-Jugend durchgespielt haben und auch heute noch in verschiedenen Positionen in der Handballabteilung aktiv sind. Frank Gebhard, Mathias Schneider, Reiner Wirth, Peter Altenried, Rüdiger Prinz, Ralf Cebular, Andreas Lang, Stefan Roth, Jürgen Breitinger, Manfred Guggemos, Albert Gehring, Michael Schwertner und Roland Freiberg. Dass der gesellige Teil nicht zu kurz kam, dafür sorgte die Jugend schon selbst und forderte ihre Betreuer. Besinnliche Weihnachten mit eigener Musikbegleitung, Gedichten und Bescherung wichen bald einer fröhlichen Jahresabschlussfeier mit bis zu 100 Buben und Mädchen aller Altersstufen, die sich im TSV-Heim tummelten.

Faschingsveranstaltungen erfreuten sich großer Beliebtheit und auch Hüttenwochenenden war die Jugend nicht abgeneigt. Nicht zu vergessen die regelmäßigen Begegnungen mit unseren Cheller Freunden. lm Wechsel war Pfingsten Begegnungszeit und die Buben und Mädchen zeigten nicht nur beim Handballspiel, was es beim Gastgeber neues zu erleben gibt. Einer der Höhepunkte war die Pflanzung eines 2,5 Meter großen Lindenbaumes in Chelles, den die Handballjugend 1978 nach Chelles transportiert hatte. Dabei durfte natürlich auch der Festakt nicht fehlen. Leider brach dann der Kontakt der Jugendbegegnungen ab, da die Cheller keine Mannschaften mehr stellen konnten.

Die Spieler und die Betreuer wechselten in den jeweiligen Altersgruppen. 1984 übernahm Walter Gapp nach Otto Cebular die Jugendleitung. Trainernamen wie Bühle, Schupp, Hotz, Heumann, Broszio, R. Cebular, F. Gebhard, Bohle und immer wieder Helle Eibler erschienen in der Jugendbetreuung. Nicht zu vergessen sind die großen Jugendturniere, die in Lindau unter maßgeblicher Regie von Gapp, Cebular, Schweizer und natürlich vielen Anderen stattfanden. Bis zu 58 Mannschaften aller Altersklassen traten in Lindau an – ein Zeichen großer Beliebtheit und guter Organisation. lm Laufe der Jahre gab es immer mehr Sportarten in Lindau und die Vereine warben um die Jugend. 1989 wurde die erste Mini-Jugendgruppe von Werner Schlemmer aufgebaut und an Wettkampfspieltagen beteiligt. 1991 gab Walter Gapp sein Amt als der bewährte Jugendleiter nach 7 Jahren an der Spitze der Handballjugend ab. Glücklicherweise konnte der ehrgeizige Trainer der A- und B-Jugend, Hennes Bühle als Jugendleiter gewonnen werden. Unter seiner strengen Regie hatten die Jungs nichts zu lachen. Der Erfolg stellte sich bald ein. Er hatte aber auch mit Marc Meier, Thorsten Gapp, Thomas Vetterl, Roland Leuthe, Joachim Nentwig, Christian Buchberger, Thomas Brombeiss, Andreas Weidmann. Ralf Häußler, Markus Wuchenauer, Patrick Czech, Markus Jäger und Bernd Reitemeyer gutes Spielermaterial zur Verfügung. Die B-Jugend schaffte damals den Aufstieg in die höchste Württembergische Jugendklasse, der Oberliga. Gegner aus Handballhochburgen wie Frisch-Auf-Göppingen, Pfullingen, Lauüingen wurden in der Lindauer Halle empfangen. Auch die A-Jugend spielte in der Landesliga und platzierte sich in dem anspruchsvollen Feld in den vorderen Rängen. Als Belohnung für die guten Leistungen fuhren 4 Jugendmannschaften, jeweils A- und B-Jugend männlich und weiblich mit ihren Betreuern Hennes Bühle, Mädchenwart Erich Würtele, Trainer Erwin Hotz zu einem internationalen Großturnier nach Dänemark. In der Nähe von Aarhus wurde in 2 Städten mit 7 Sporthallen ein Turnier bestritten, an dem mehr als 350 Mannschaften internationaler Spitzenklasse teilnahmen. Lindau schlug sich verhältnismäßig gut, für alle Teilnehmer war es ein Riesen-Erlebnis. 1994 musste Hennes Bühle das Traineramt der 1. Mannschaft übernehmen. Auch Erich Würtele stellte sich nicht mehr zur Wahl. Niemand verspürte den Drang zur Jugendarbeit. Da erschien lnge Helmensdorfer auf der Handballbühne. Obgleich selbst nie aktive Spielerin, war sie doch „handballvorbelastet“, als geborene Meier (Herbert) kannte sie sich in der Materie gut aus. Sie erkannte bald die Notwendigkeit der Jugendarbeit und widmete sich selbst stark der Mini-Betreuung. Die Jugendlichen kommen und gehen oder wachsen zu den Aktiven heran. Manche Altersklasse konnte nicht immer besetzt werden, aber es wurde immer Jugendhandball gespielt und manche oberschwäbische Meisterschaft errungen- Die Jugendlichen wurden auch außerhalb des Handballsports beschäftigt. Fahrten in den Freizeitpark Rust, Hüttenabende und Zoobesuche gehörten zum Jahresprogramm. Turniere gab es für alle Mannschaften, sie stießen auf reges Interesse. Besonders beliebt waren immer die Turniere in Sand in Taufers, im Tiroler Land. Dort waren nicht nur die internationalen Spielpartner, sondern auch das Zelten ein besonderes Erlebnis. Rückblickend kann man sagen, dass die Handballjugend in den letzten Jahren immer zuverlässig betreut wurde. Im Jubiläumsjahr können wieder von den Minis bis zur A-Jugend alle Altersklassen bei den Jungs zum Spielbetrieb gemeldet werden. In diesen vielversprechenden Mannschaften gibt es Spieler, deren Großväter in den Gründerjahren schon aktiv waren. Jetzt sitzen sie auf der Tribüne und feuern ihre Enkel eifrig an. Trainiert werden die Jungs von bewährten Spielern aus den eigenen Reihen. Für die A-Jugend zeichnet Wolfgang Meier verantwortlich, die B-Jugend betreut Jürgen Broszio. Dieter Gebhard als C-Jugendtrainer hat den hoffnungsvollsten Nachwuchs. Letzte Saison 1998/99 schon oberschwäbischer Meister, führt die C-Jugend auch jetzt, Mitte der Runde. die Tabelle mit 14.2 Punkten an. Die bewährten langjährigen Traineroldies Helle Eibler und Heinz Glaser bringen unseren D- und E-Jugendlichen die Grundbegriffe des Handballspielens bei. Bei den Mädchen sieht es zum jetzigen Zeitpunkt nicht so überragend aus. Nur eine C-Jugendmannschaft konnte für diese Runde gemeldet werden. Die Mädchen sind aber alle eifrig beim Spiel und machen ihrer Trainerin, Birgit Trifflinger (geb. Thommes) viel Freude. Die Minis, der Grundstock für die Abteilung, wird von der Jugendleiterin Inge Helmensdorfer, unterstützt von Christine Padberg (geb. Thommes), selbst betreut. 20 und mehr Buben und Mädchen tummeln sich in der Halle. Langsam aber sicher werden die fünf- bis siebenjährigen Kinder an den Handballsport herangeführt. So gesehen, mit derzeit ca. 85 Jugendlichen in der Handballabteilung und zuverlässigen Trainern und Betreuern muss es uns um den Handballsport nicht bange sein. Wir können frohen Mutes in die Zukunft sehen.


Die Damen

Die Damen-Handballmannschaft im Jahre 1984

Saison 75 – 79: Betreuer Werner Schlemmer, Trainer Manfred Bohle. 1975 wurden die Damen in der Kreisliga Meister und stiegen somit in die 2 Frauenliga Oberschwaben auf. 1979 gelang ihnen eine sensationelle Saison, auch diese schloss wieder mit der Meisterschaft.

Spielerinnen: Monika Müller, Betty und Tanja Luczak, Schmidt, Ulrike Altenried, Catrin und Monika Dreher, Berger, Schrotzhammer, Sabine Davidson, Manuela Dörre, Gaby Haug, Linda Bemmelmanns, Andrea Podobnik (Lissy), Busse, Birgit Hubl, Jutta Offenthal, Eisenbarth, Hofmann, Hofmeier, Toth, Kummer, Rutschke, Waltenberger, Schönmeier, Antonie Jäger und Else Wirth.
Saison 82-84. Trainer Georg Gröner und Heinz Glaser

Nach dreijähriger Pause endlich wieder eine Damenmannschaft! Spielerinnen: Sabine Glück, Birgit Triflinger, Sabine Rank-Nußbaum, Elke Ellmann, Margret Die, Susi Lämmle, Susi Kainz-Unterkircher, Linda Erich, Claudia Böcher (Weiß), Christine Daschner, Ingrid Weber-Haack,( Ruth Gomm (Klug), Betty Luczak, Christa Mayer, Hella . Saison 84-87. Trainer Hans Schupp, Spielertrainerin Andrea Podobnik (Lissy)

Die Handball-Damen im Jahre 1987

Spielerinnen in dieser Zeit. Simone Eibler, Sabine Glück, Andrea Podobnik, Daniela Reichart, Susanne Kainz-Unterkircher, Elke Ellmann, Ingrid Weber-Haack, Ruth Gomm (Klug), Caroline Stegmaier, lsabell Dannewitz, Sabine Rank-Nußbaum, Ricarda Schweizer, Bettina Christmann

Saison 87-89. Trainer Hans Schupp
In der Saison 87/88 wurden die Damen Vizemeister in der Kreisklasse I und stiegen somit in die Bezirksklasse auf. Leider konnten sie in der darauffolgenden Saison 88/89
einen direkten Abstieg nicht verhindern.
Spielerinnen in dieser Zeit Sabine Glück, Monika Schweizer, Daniela Reichart, Susanne Kainz-Unterkircher, Anke Gardum, Elke Ellmann, Ingrid Weber-Haack, Petra Wirth, Ruth Gomm (Klug), Christine Thommes, Andrea Podobnik (Lissy) Caroline Stegmaier,
lsabell Dannewitz und Sabine Rank-Nußbaum.

Saison 89 -92: Trainer Rüdiger Prinz
Unter Trainer R. Prinz spielten die Damen des TSV Lindau konstant im vorderen Tabellenbereich (89/90 Meister in der Kreisklasse mit Aufstieg in die Bezirksliga, 90/91 2. Platz in der Bezirksliga). In dieser Zeit unternahmen die Damen auch außerhalb des Spielfeldes sehr viel gemeinsam. Legendär waren die Feste in Rüdis Partykeller. Zu den jeweiligen Jahresabschlussfeiern ließen sich die Spielerinnen immer etwas Besonderes einfallen. Herauszuheben sind hierbei vor allem die Aufführung von Cats, Rocky Horror Picture Show, Can-Can aus dem Moulin Rouge und eine Parodie auf Herbert Grönemeyers Song „Männer“ als geschlossene Mannschaftsleistung. Bei der Aufführung von „Watzmann“ überzeugten Caroline Stegmaier als Watzmann, Martina Held und Daniela Reichart als Mägde. Beim Songcontest imitierte Sabine Rank-Nußbaum Rock-Röhre Tina Turner mit “Got to Love”, lsabell Dannewitz glänzte als Marilyn Monroe mit „I wanna be loved by you” und Susi Kainz-Unterkircher alias Trude Herr wollte lieber einen Mann als eine Schokolade. Spielerinnen in diesem Zeitraum: Andrea Podobnik (Lissy),
Sabine Glück, Heidrun Plieninger, Martina Held, Ingrid Weber-Haack, Sabrina Schießl|, Martina Prechtl, Caroline Stegmaier, lsabell Dannewitz ,Susanne Kainz-Unterkircher, Sabine Rank-Nußbaum, Petra Wirth, Alexandra Thommes, Birgit Triflinger, Ruth Gomm (Klug), Katrin Burkhardt, Daniela Reichart, Maria Bottaro.

Saison 92/93: Trainer Schupp
Saison 93/94: Trainer Rainer Wirth und Hans Schupp
Zusammenschluss mit den Hergensweiler Damen.

Saison 94-95: Trainer Arthur Schraff
Die Jahre unter Arthur Schraff zählten zu den erfolgreichsten der Lindauer Handballdamen. Sie belegten jedes Jahr einen Tabellenplatz im vorderen Drittel, kämpften wiederholt um den Aufstieg, den sie 1997 nur sehr knapp verfehlten. 1997 wurden einige Damen aus der weiblichen A-Jugend aktiv. 1994 schlossen sich die Handballerinnen aus Hergensweiler dem TSV Lindau an. So entstand zu dieser Zeit der größte Mannschafkader aller Zeiten:

Spielerinnen: Dagmar Nettesheim, Heidrun Plieninger, Nadine Klose, Sigrid Brög, Celia Caeiro, Valentina Gabrisa, Kathrin Gründl. Berta Caeiro, Tanja Teibl, Katrin Burkhardt, lsabell Dannewitz, Sabrina Schießl, Daniela Reichart, lngrid Weber-Haack, Martina Prechtl, Wilhelm Susi, Wilhelm Barbara, Wilhelm Bärbel, Andrea Stiebler, Beate Gruber. Barbara Morales.

Saison 98/99: Trainer Berthold Eckmann
Spielerinnen: Dagmar Nettesheim, Heidrun Plieninger, Nadine Klose, Sigrid Brög, Celia Caeiro, Valentina Gabrisa, Kathrin Gründl. Miriam Müller, Tanja Teibl, Katrin Burkhardt, lsabell Dannewitz, Sabrina Schießl|, Daniela
Reichart.

Saison 99/00: Trainer Berthold Eckmann
Spielerinnen: Dagmar Nettesheim, Heidrun Plieninger, Sigrid Brög, Angie Bühle, Celia Caeiro, Valentina Gabrisa, Kathrin Gründl, Miriam Müller, Tanja Teibl, Yasmina Sassi, Diana Schneider,

Derzeit befindet sich die Damenmannschaft in einer Phase des Umbruchs. Langjährige Leistungsträger wie lsabell Dannewitz, Daniela Reichart, Sabrina Schießl, Martina Prechtl, Ingrid Weber-Haack und Katrin Burkhardt beendeten ihre aktive Laufbahn.


Alte Herren und 1B

Zusammenhalt und Treue zur Abteilung hat bei den Handballern lange Tradition. Wenn Mannschaftsspieler ihre aktive Laufbahn beendeten, zogen sie sich nicht etwa vom Sport zurück, sondern blieben zusammen und stellten
sich als 1b- und AH-Sprieler zur Verfügung. Dies war auch in den Siebzigern der Fall, als fast gleichzeitig eine ganze Gruppe in der Ersten aufhörte. Ehemalige Großfeldspieler wie Helle Eibler, Seppi Prechtl, Walter Gapp, Ernst Rothweiler, Gerhard Haas, Peter Weltzien, etwas später kamen Jürgen Müller und Hennes Bühle dazu, waren weiterhin als 1b Mannschaft sehr erfolgreich. Die Spiele um die AH-Meisterschaft von Oberschwaben wurden über viele Jahre hinweg gewonnnen. Der Titel berechtigte zur Teilnahme an der Württembergischen Meisterschaft. Das ersehnte Ziel, einmal den Meisterwimpel nach Lindau zu holen, konnte leider nie erreicht werden. Meist war beim Viertel- oder Halbfinale Schluss. So auch Ende der Achtziger Jahre, als die AH durch den Einsatz jüngerer Spieler wie Uli und Dieter Gebhard, Reiner Haas und Werni Heumann verstärkt wurde.

In der Zukunft wurden die Gegner immer stärker. Es waren nicht mehr nur die „älteren Herren“, die zum Spiel antraten. Heute nennen sie sich Jungsenioren, die den Handballsport fast ganzjährig ausüben und somit voll bei der Sache sind. In der Lindauer Mannschaft fanden sich nach und nach alle ehemaligen Verbandsligaspieler ein, wie Jürgen Broszio, Hans Schupp, Rüdiger Prinz, Reiner Wirth, Frank Gebhard und Stefan Cicholinski. Doch wie bereits angemerkt, werden die Mannschaften immer spielstärker. Umso erstaunlicher war es, wenn zwischendurch wegen Personalnot, Spieler wie z.B. Walter Gapp, Sepp Prechtl oder Rudi Heuchert aufliefen. Sie standen dabei durchaus ihren Mann, obwohl sie die „Sechzig“ bereits überschritten hatten. Doch kein Wunder, denn die Ur-AH trifft sich noch immer regelmäßig jeden Donnerstag beim Training. Da wird stets verbissen um jeden Ball gekämpft und manchmal auch gestritten. Zwei Meistermannschaften aus vergangenen Tagen:

Hintere Reihe von links: Helmut Luther, Rothweiler, Adolf Sawilla, Peter Weltzien, Helmut Eibler Vordere Reihe: Rudi Heuchert, Roland Wehner, Hennes Bühle, Sepp Prechtl und Gerhard Haas.

und wieder einmal AH-Meister von Oberschwaben:

stehend von links: Sepp Prechtl, Dieter Gebhard, Ernst Rothweiler, Wemer Heumann, Rainer Haas, Rudi Heuchert, Betreuer Helmut Eibler. Vorne: Alfred Wolf, Hennes Bühle, Uli Gebhard. (Die Torleute schmücken sich mit fremden Federn, der Vater steht in der hinteren Reihe)

Noch einmal zurück zur 1b. Als „zweite“ Mannschaft hatte sie stets eine wichtige Funktion in der Abteilung. Junge und ältere Spieler, die noch nicht ganz den Anspruch auf einen Platz in der „Ersten“ erfüllten, konnten hier die nötige Spielpraxis sammeln. Dies galt auch für Spieler, die einerseits ihre aktive Laufbahn in der 1. Mannschaft beenden wollten, andererseits aber in etwas ruhigerer Gangart ihrem Sport weiterhin nachgehen mochten. Bei Aufstellungsschwierigkeiten der Ersten‘ sprangen 1 b Spieler ein, was wiederum zur Schwächung dieser Mannschaft beitrug. Eines zeigte sich jedoch immer wieder: War ein kompakter Mannschaftskader vorhanden und konnte zudem richtig trainiert werden, spielte man stets an der Spitze mit. Diese 1b gewann in der Sommerrunde die Kleinfeldmeisterschaft:

Stehend von links: Werner Hermann, Manfred Ergenschäfter, Ernst Rothweiler, Helmut Eibler, Erich Würtele. Vordere Reihe: Adolf Sawilla, Walter Gapp, Hermann Reutin, Michael Schwarz und Sepp Prechtl.

Wenn man das nächste Foto betrachtet, wird man fast wehmütig. Damals gab es in der 1b eine Mannschaft, die an Spielstärke der Ersten fast ebenbürtig war.

Hintere Reihe von links: Jürgen Broszio, Stefan Sonntag, Rainer Haas, Werni Heumann, Bernd Grübel, Rüdiger Prinz und Sani Oskar Czauderna. Vorne: Stefan Kohler, Klaus Obermaier, Roland Freiberg, Michael Schwertner, Dieter Bude und Georg Gröner.

Zur Zeit nimmt keine 1b Mannschaft am Spielbetrieb teil.

Ein Bericht darf in der Handballchronik auf keinen Fallfehlen. Die Rede ist von den freundschaftlichen Beziehungen, die seit Jahrzehnten mit der Lindauer Partnerstadt Chelles gepflegt werden. Die „Jumelage“ , die seit 1964 besteht, brachte viele sportliche Begegnungen zustande. Immer noch sind es die Männer der ersten Stunde, die sich mit ihren Frauen regelmäßig gegenseitig besuchen. Nur wenige sind abgesprungen, doch für die gab es Nachfolger. Chef der Truppe ist seit vielen Jahren Jörg Offenthal, der sich mit der Organisation eine Menge Arbeit auflädt. Bei den jüngeren Handballern rissen die Kontakte ab, da sich der Cheller Verein leider auflöste. Von Seiten der Partnerstadt ist der Ex-Lindauer Helmar Brandl bemüht, die Verbindungen zu seiner Heimatstadt aufrecht zu erhalten. Am Ende noch einige Worte die zum Nachdenken anregen sollen: Die Überschrift der Chronik lautet „75 Jahre Handballsport in Lindau, hier die letzten 25 Jahre“.

Es ist wahrscheinlich ein langer Zeitraum auf den wir mit Stolz zurückblicken. Es war schwer in diesem Bericht all denen gerecht zu werden, die sich durch ihren Einsatz für
die Abteilung verdient gemacht haben.
Wahrscheinlich wurden einige zu wenig gewürdigt, was ich natürlich bedauere. Es war jedoch eine mühevolle Arbeit, zahllose Unterlagen zu sichten und darüber zu berichten. Möge die Handballabteilung weiterhin wie eine große, intakte Familie funktionieren, in der Freude und nicht der Ärger überwiegt. In einer Gemeinschaft gibt es immer wieder Trennungen.
Die einen sind vorübergehend, die anderen endgültig. So mussten auch wir so manche treue Mitglieder aus unserem Kreis auf ihrem letzten Weg begleiten. Wir werden sie nicht vergessen. Der Wunsch für eine sportliche und harmonische Zukunft möge die Handballerinnen und Handballer begleiten.

Otto Cebular

Die Chronik wurde im Jahr 2000 verfasst.